Tischlereitechnik - Modell- und Formenbau (Lehrberuf) - Lehrzeit: 4 Jahre

Andere Bezeichnung(en): früher: Modellbauer*in, Modellschlosser*in, Modelltischlerin

Berufsbeschreibung

Tischlereitechniker*innen im Schwerpunkt Modell- und Formenbau planen und erstellen Modelle, Werkzeuge, Bauelemente, Formen und Prototypen aus Holz, Metall oder Kunststoff. Diese werden als Vorlage für Einzel- und Serienfertigungen verschiedener Produkte verwendet. Die Werkstücke werden etwa durch Gussverfahren oder mittels  3D-Druck hergestellt und durch z. B. Sägen, Schleifen, Fräsen, Drehen, aber auch unter Anwendung computergestützter Maschinen ( CNC) bearbeitet. Auch der Zusammenbau, die Montage und Nachbearbeitung der Oberflächen gehört zu den Aufgaben der Fachkräfte für Modell- und Formenbau.

Tischlereitechniker*innen im Modell- und Formenbau arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und anderen Fach- und Hilfskräften in Werkstätten, Produktionshallen und Planungsbüros von Betrieben des Tischlergewerbes, der Holz verarbeitenden Industrie und Möbelindustrie oder auch in der Kunststoffproduktion, im Maschinen- und Werkzeugbau usw.

Bevor neue Holz-, Kunststoff- und Metallprodukte in Serienproduktion gehen, stellen Tischlereitechniker*innen im Modell- und Formenbau detail- und maßstabgetreue Modelle von diesen Produkten und deren Einzelteilen her. Die Modelle dienen als Vorlage für die Serienfertigung aber auch zu Demonstrationszwecken für Kundinnen und Kunden und Auftraggeber*innen.

Tischlereitechniker*innen im Schwerpunkt Modell- und Formenbau planen und entwerfen die Werkstücke unter Anwendung moderner Zeichenprogramme ( CAD). Ihre Ideen, Skizzen und Zeichnungen übertragen sie in für die Produktion notwendige Darstellungen und definieren dafür bestimmte Faktoren wie Maßstäbe und Skalierungen. Je nach Material und Modell wählen sie die geeignete Möglichkeit für die Modell-, Werkzeug- oder Prototypenherstellung aus (z. B. Gießen, Tiefziehen,  3D-Druck oder Laserintern), legen Teilungen, Schnitte und Trennebenen fest, und definieren Formschrägen und Wanddicken. Sie prüfen, ob die Konstruktion so umgesetzt werden kann, und erzeugen die erforderlichen Darstellungen und Produktionsdatensätze.

Tischlereitechniker*innen für Modell- und Formenbau bedienen die erforderlichen Maschinen und Anlagen, fertigen die Modelle an, führen mittels Sägen, Schleifen, Fräsen, Drehen, Polieren, Strahlen usw. Fein- und Korrekturarbeiten an den Modellen durch und bauen sie z. B. durch Verkleben zusammen. Die Fachkräfte bearbeiten schließlich die Oberflächen ihrer Modelle, indem sie sie beispielsweise lackieren oder wachsen, und prüfen deren Qualität mit unterschiedlichen Messmitteln.

Auf diese Weise fertigt sie z. B. Kernkästen, Schablonen, Werkzeuge, Gießerei-, Nachform-, Kopier- und Urformmodelle, Formen, Architektur- und Funktionsmodelle, Design- und Urmodelle, Mockups, Modell- und Aufspannvorrichtungen sowie Konfektionierungswerkzeuge für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche an.

Tischlereitechniker*innen im Schwerpunkt Modell- und Formenbau verwenden für ihre Arbeit neben traditionellen Tischlereiwerkzeugen und Maschinen (wie z. B. Hobel, Sägen, Schleifmaschinen, Drehmaschinen, Fräsen, Zwingen) vor allem moderne, CNC-gesteuerte Maschinen und Anlagen (z. B. CNC-gesteuerte Oberfräsen und Präzisionsmaschinen), Gießwerkzeuge und Tiefzieheinrichtungen sowie 3D-Drucker und Laserinternanlagen. Für ihre planerischen Tätigkeiten kommen spezielle Planungs- und Konstruktionsprogramme zum Einsatz (z. B.  CAD). Sie arbeiten mit unterschiedlichen Holzarten, Kunststoffen und Metallen und verwenden verschiedene Hilfsstoffe wie z. B. Leim, Klebstoffe, Schrauben und Nägel, Poliermittel, Lacke, Wachse.

Tischlereitechniker*innen tragen Arbeits- und Schutzkleidung und bei Tätigkeiten in der Produktion auch Schutzbrillen und falls erforderlich Mund- und Gehörschutz.

Tischlereitechniker*innen im Modell- und Formenbau arbeiten in Betrieben des Tischlereigewerbes, des Möbelbaus, der Holzverarbeitung, aber auch in Betrieben der Kunststoffverarbeitung, des Metall-, Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbaues usw. in Werkstätten, Produktionshallen und Planungsbüros. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen, Kolleg*innen aus der Planung-, Entwicklung- und Konstruktion und verschiedenen technischen- und kaufmännischen Fachkräften (siehe z. B. Produktentwickler*in, Konstrukteur*in (Lehrberuf), Metalltechnik (Modullehrberuf), Gießereitechnik (Lehrberuf), Kunststofftechnik (Lehrberuf).

Tischlereitechniker*innen arbeiten üblicherweise zu geregelten Arbeitszeiten, Überstunden können erforderlich werden, wenn Deadlines für Produktions- und Liefertermine eingehalten werden müssen. Trotz Einsatz moderner Technologie und entsprechender Schutzvorkehrungen müssen sie bei Arbeiten in Werkstätten und Produktionshallen mit Staub- und Lärmbelastung rechnen und tragen daher erforderlichenfalls Augen-, Mund- und Gehörschutz.

  • technische Pläne und Werkzeichnungen lesen und mithilfe von Konstruktionssoftware wie  CAD anfertigen
  • Formen, Modelle, Bauelemente und Werkzeuge auf Grundlage von Aufträgen planen und konstruieren
  • Modelle und Gussformen aus Holz, Metall oder Kunststoff nach Plänen und Werkzeichnungen herstellen
  • Werkstücke etwa durch Sägen, Schleifen, Fräsen, Drehen, Schweißen, Fügen, Leimen, Kleben etc. bearbeiten
  • Modellteile zusammenbauen, Modelle aufbauen, positionieren, montieren und sichern
  • Nachbearbeitungen und Oberflächenbehandlungen am fertigen Werkstück durchführen (z. B. Polieren, Lackieren, Schleifen, Schmiergeln, Versiegeln)
  • Qualitätskontrollen durchführen
  • an der Weiterentwicklung von Modellen und Formen mitwirken
  • Tischlereibetriebe
  • Möbelindustrie
  • Betriebe der Holzverarbeitung
  • Betriebe der Metallverarbeitung, Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau
  • Betriebe der Kunststoffverarbeitung

Der Beruf Tischlereitechnik im Schwerpunkt Modell- und Formenbau ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Gießereierzeugnisse
  • Produktentwicklung, Design, Planung und Konstruktion
  • Technisches Zeichnen
  • CAD-Technik
  • Fertigungsautomation, Werkzeugmaschinen, CNC-Technik, CIM-Technik
  • Bereich Kunststoff – Kunststoffprodukte
  • Bereich Maschinenbau – Maschinenbauteile
  • Bereich Holz – Holzbauprodukte
  • Oberflächenbehandlung
  • Recycling und Umweltschutz, umweltgerechte Materialien
  • Kund*innenberatung und -betreuung
  • Technische Dokumentation

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Abbund Anreißen CAD CNC Gehrung Messschieber Qualitätsmanagement

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