Installations- und Energietechnik (Modullehrberuf) - Lehrzeit: 3 bis 4 Jahre

Berufsbeschreibung

Der Lehrberuf Installations- und Energietechnik ist ein Modullehrberuf. Die Ausbildung dauert 3 bis 4 Jahre und ist ab 1. Jänner 2027 möglich.
Weitere Informationen über den modularen Aufbau findest du z. B. unter Ausbildung oder Module und Kombinationen.

Installations- und Energietechniker*innen sorgen dafür, dass Wohnungen, Häuser, Betriebsanlagen und andere Gebäude mit Wasser, Wärme, Kälte und Luft versorgt werden. Sie planen und montieren die entsprechenden Lüftungs-, Heizungs- und Wasserversorgungsanlagen und sorgen für die Ableitung und  Entsorgung von Abgasen und Abwässern. Sie installieren die erforderlichen Zu- und Ableitungen, montieren z. B. Heizungs- und Klimaanlagen, Warmwasserspeicher, Gasherde und Sonnenkollektoren und vernetzen die verschiedenen Systeme und Geräte untereinander. Damit ermöglichen sie eine energieeffizient, automatische Steuerung.

Die Beratung ihre Kund*innen über energieeffiziente und klimaschonende, nachhaltige Lösungen und die Installation solcher Technologien und Anlagen bei Neubauten und in der Sanierung von Altbauten hat bei ihrer Arbeit große Bedeutung. Neben technisch anspruchsvollen handwerklichen Tätigkeiten beherrschen Installations- und Energietechniker*innen daher auch den Umgang mit digitalen und nachhaltigen Technologien der Haus- und Gebäudeinstallationstechnik.

Installations- und Energietechniker*innen sind vor allem in Handwerksbetrieben der Heizungs-, Lüftungs-, Gas- und Wasserinstallation, aber auch in Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung sowie der Haus- und Versorgungstechnik beschäftigt. Sie arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und haben Kontakt zu Privat- und Unternehmenskund*innen.

Siehe dazu auch die Beschreibungen zu den Hauptmodulen:

Green Job:
Die Installation von Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energieträger, klimaschonender Lüftungssysteme oder wassersparender Installationen ist ein wesentlicher Faktor auf dem Weg zu einer nachhaltigeren, energieeffizienten und umweltschonenden Ressourcennutzung und damit wichtige Maßnahmen gegen den Klimawandel. Installations- und Energietechniker*innen leisten dazu eine zentralen Beitrag und können daher als "Green Job" (grüner Beruf) bezeichnet werden.

 

Installations- und Energietechniker*innen installieren Heizungen, Klimaanlagen, Gas- und Wasserversorgungsanlagen und Be- und Entlüftungsanlagen in Neubauten, bei Althaussanierungen und im öffentlichen Wasser-, Gas- und Wärmeversorgungsnetz. Sie schneiden Rohre aus Eisen, Stahl,  Kupfer und Kunststoff zu und stellen Verbindungen durch Schweißen, Löten, Verschrauben, Kunststoffschweißen, Kleben oder Stecken her. Sie verlegen die Rohre in der Erde, unter Putz, in Schächten oder auch frei verlaufend und montieren die Endgeräte und Anlagen wie z. B. Heizungsanlagen für unterschiedliche Brennstoffe (insbesondere erneuerbare Energieträger), Gasdurchlauferhitzer, Warmwasserspeicher, Gasherde, Wärmepumpen zur Warmwasseraufbereitung, sanitäre Einrichtungsgegenstände (z. B. Badewannen, Duschen, WC-Becken, Spülbecken und die zugehörigen Armaturen), Klima- und Belüftungsanlagen, Sonnenkollektoren und Anlagen zur Ableitung und  Entsorgung von Abgasen, Abluft und Abwässern. Eine wichtige Aufgabe ist auch die Überprüfung der Dichtheit und des Drucks aller Sanitär-, Gas-, Abgas- und Heizungsanlagen oder Lüftungsanlagen mit entsprechenden Messgeräten (Manometer = Druckmessgerät) sowie die Isolierung der Leitungen gegen Kondenswasserbildung, Wärmeverlust und Schallübertragung.

Installations- und Energietechniker*innen führen erforderliche Reparaturen durch, beheben Rohrbrüche und Abflussverstopfungen, tauschen schadhafte Armaturen und Dichtungen aus und reparieren Heizungen und Klimageräte. Durch laufende Wartung sorgen sie dafür, dass die Anlagen betriebssicher, sparsam und umweltfreundlich bleiben. Auch bei der Planung und Installation ist in allen Bereichen der vorausschauende Einbau reparaturfähiger Anlagen und Systeme ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Im Bereich der Wasserinstallation bauen Installations- und Energietechniker*innen Druckerhöhungsanlagen in Hochbauten, Bewässerungs- und Berieselungsanlagen für Landwirtschaft und Gärtnereien oder Wasseraufbereitungsanlagen (z. B. Entkalkungs-, Filter- und Reinigungsanlagen). Sie montieren auch Pumpenanlagen für die Wasserversorgung aus Hausbrunnen.
Neue energiesparende und umweltfreundliche Technologien eröffnen in diesem Beruf sehr gute Chancen. Als Energietechniker*innen sind sie beispielsweise die Spezialist*innen bei der Montage und Installation von  Solaranlagen.

Mit Zusatzausbildung in der Klima- und Automatisierungstechnik übernehmen sie außerdem die Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Klimaanlagen. Sie planen und montieren Raumklima-Systeme und stellen diese so ein, damit Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität den jeweiligen Anforderungen entsprechen.

Durch den zunehmenden Trend zu Smart Building/Smart Living/Smart Home sind Kenntnisse in der Mess-, Steuer- und Regeltechnik und Sensorik besonders wichtig. Dabei werden die unterschiedlichen Gebäudetechnikeinrichtungen und Geräte immer stärker miteinander vernetzt, die Steuerungen automatisiert und der Fernzugriff auf die Einrichtungen ermöglicht (z. B. Steuerung über das  Smartphone). Installations- und Energietechniker*innen vernetzen und optimieren diese Steuer- und Regelungssysteme der installierten Anlagen, Heizungen, Lüftungen usw., damit die automatisierte Überwachung und Steuerung möglichst effizient und zuverlässig erfolgt und der Energieverbrauch reduziert wird. Sie warten diese Anlagen, machen Fehlerdiagnosen und beheben Störungen.

Informationen über den modularen Aufbau des Modullehrberufs findest du unter Ausbildung bzw. unter Module und Kombinationen.

Informationen zu Tätigkeiten in den Hauptaufgabenbereichen des Modullehrberufes Installations- und Energietechnik findest du auch bei den Beschreibungen zu den Hauptmodulen:

Siehe außerdem den Beruf Ökoenergieinstallationstechniker*in.

Installations- und Energietechniker*innen montieren die unterschiedlichsten Geräte und Bauteile (Heizungen, Thermen, Zeitschaltuhren, Thermostate, Solarkollektoren, Klimaanlagen, Pumpen und Wärmepumpen, Wassererwärmer, sanitäre Einrichtungen, Lüftungskanäle, Ventilatoren, Filter usw.), verbauen elektronische/digitale Steuerungen, unterschiedliche Sensoren und Komponenten der Steuerungs- und Regeltechnik sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Armaturen (z. B. Sanitärarmaturen wie Absperrarmaturen, Auslaufarmaturen, Ablaufarmaturen, sowie Gasarmaturen wie Gasdruckregler, Gasdruckwächter, Gasfilter, Brandschutzarmaturen).

Installations- und Energietechniker*innen arbeiten dabei mit unterschiedlichen Materialien (Stahl,  Kupfer, Kunststoffe, Metallverbundstoffe), verwenden z. B. Bleche, Rohre, Dichtungen, Leitungen, Ventile und hantieren mit einfache Handwerkzeugen (Hammer, Rohrzangen, Schraubenzieher, Schneidewerkzeuge, Schraubenschlüssel) ebenso wie mit verschiedenen handgeführten Maschinen zum Bohren, Trennen, Bearbeiten und Verbinden von Rohren und Bauteilen (z. B. Lötkolben, Schweißapparate, Blechschneidegeräte, Bohrmaschinen). In den Werkstätten arbeiten sie auch mit größeren, stationären Metall- und Kunststoffbearbeitungsmaschinen (z. B. mit Abkantbänken, Rohrbiegemaschinen, Sicken- und Bördelmaschinen) zur Vorbereitung von Bauteile, die dann auf der Baustelle bzw. bei Kund*innen verbaut werden.
Sie verwenden Messgeräte, um beispielsweise Druck, Temperatur oder andere Betriebswerte zu kontrollieren und die Funktionsfähigkeit der Anlagen zu überprüfen.

Installations- und Energietechniker*innen orientieren sich bei ihrer Arbeit an technischen Zeichnungen und Plänen, z. B. Bauzeichnungen und Einbauanweisungen von Geräteherstellern, Montageplänen, Leitungsplänen usw. und erstellen teilweise Pläne selbst und führen die erforderlichen Berechnungen durch. Dabei setzen sie Computer und entsprechende Planungs- und Zeichensoftware ein.
Bei allen Arbeiten sind die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften und die Verwendung geeigneter Schutzausrüstung besonders wichtig. Sie tragen Arbeits- und Schutzkleidung, Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe und insbesondere auf Baustellen auch Helme. Bei Arbeiten in größerer Höhe, z. B. bei der Montage von  Solaranlagen auf Dächern müssen besondere Sicherheitsmaßnahmen zur Absturzsicherung eingehalten werden.

Für die Kommunikation im Team und mit Kund*innen und Auftraggeber*innen verwenden sie Telefone und Mobiltelefone, E-Mail und Messengerdienste und bei Bedarf auch Onlinemeeting-Tools. Auf Baustellen setzen sie mitunter auch Funksprechgeräte ein.

Installations- und Energietechniker*innen arbeiten in Werkstätten und bei Montagearbeiten in Wohnungen, Häusern und Betriebsstätten sowie auf Baustellen. Sie arbeiten im Team mit ihren Kolleg*innen, ihren Vorgesetzten (Meister*in), mit Energietechniker*innen sowie mit Bautechniker*innen und unterschiedlichen Fach- und Hilfskräften des Baubereiches. Je nach Art und Größe des Unternehmens haben Installations- und Energietechniker*innen Kontakt zu Kolleg*innen anderer Betriebsabteilungen (z. B. Kalkulation, Materialausgabe, technisches Büro) und zu ihren Auftraggeber*innen (Privat- und Unternehmenskunden), zu Architekt*innen, Baumeister*innen und zu Mitarbeiter*innen von Lieferfirmen sowie von Bau- und Umweltbehörden.

Häufig sind sie bei Montagen auf Baustellen tätig und sind dabei unterschiedlichen Temperaturen (Hitze, Kälte) und verschiedenen Wetterbedingungen (Zugluft, Nässe) ausgesetzt. Bei Baustellenarbeiten kann es außerdem staubig und laut werden und es sind zum Teil schwerere Gegenstände zu heben und zu tragen. Zum Teil können diese Erschwernisse heute schon gut durch assistierende Technologien und Schutzvorrichtungen verringert werden.

Die Arbeitszeiten von Installations- und Energietechniker*innen orientieren sich grundsätzlich an den Normalarbeitszeiten der Branche. Wenn bei der Fertigstellung von Installationen fixe Termine eingehalten werden müssen, können auch Überstunden anfallen. Wenn sie für Serviceunternehmen mit Notfalldienst tätig sind, arbeiten sie im Schichtdienst auch am Abend, an Wochenenden und Feiertagen.

  • Kund*innen über energie- und kostensparende Heiz-, Lüftungs- und Wasserversorgungssysteme sowie Klimaanlagen beraten
  • Räume ausmessen, Verlegepläne skizzieren
  • Rohre mit Schneidbrenner, Sägen oder Rohrschneider zuschneiden
  • Rohrstücke biegen, aushalsen, Gewinde schneiden
  • Rohrleitungsteile verschrauben, verschweißen, löten, kleben
  • Mauer-, Boden-, Deckendurchbrüche fräsen
  • Rohre verlegen und abdichten
  • Bleche zuschneiden, abkanten, biegen und montieren
  • Heizungs-, Warmwasser- und Wasseraufbereitungsanlagen, Be- und Entlüftungsanlagen montieren und anschließen (Heizkörper, Heizkessel, Wärmetauscher, Wärmepumpen, Klimageräte, Thermen usw.)
  • sanitäre Einrichtungen wie Waschbecken, Duschen, Toiletten samt Armaturen montieren
  • Steuer-, Mess- und Regelgeräte, Sensoren, Pumpen, Entlüfter einbauen
  • Dichtheitsprüfungen durchführen
  • Wand- und Deckenbefestigungen für Geräte anbringen
  • Abwasserleitungen, Abgasleitungen installieren
  • Wartungs- und Reparaturarbeiten ausführen

Beschäftigungsmöglichkeiten für Installations- und Energietechniker*innen bieten insbesondere:

  • Betriebe der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik,
  • Betriebe der Lüftungstechnik,
  • öffentliche Gas- und Wasserversorgungsunternehmen,
  • Betriebe im Baubereich sowie
  • Betriebe der Haus- und Versorgungstechnik.

Der Beruf Installations- und Energietechnik ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Smart Home, Smart Building, Smart Meter
  • Haustechnik-, Gebäudetechnikplanung
  • Klimatechnik
  • Ökoenergietechnik, erneuerbare Energieträger, Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasseanlagen
  • Building Information Modelling (BIM)
  • Wartung, Service, Reparatur

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

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