Berufswahltipps drucken
Drucken  

 

Tipps zur Berufswahl

Die Tipps zur Berufswahl sind in zehn Stationen aufgebaut. Sie finden hier Anregungen und Hinweise, die Ihnen bei Ihrer Berufswahl helfen.

Weitere Unterstützung bei Ihrer Entscheidungsfindung bekommen Sie in den Berufsinformationszentren der Wirtschaftskammern Österreichs Link BIZen der WKO und bei zahlreichen anderen professionellen BerufsberaterInnen. Viele Informationen über die Berufswelt finden Sie auch über das Internet.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Wahl Ihres Berufes oder Bildungsweges!
  • Wie wähle ich den für mich geeigneten Beruf?

Für die Wahl eines Berufes oder Berufsbereiches oder eines Bildungsweges ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Wünsche, Interessen und Fähigkeiten genau kennen. Dazu sollten Sie möglichst viele Informationen über die Berufswelt sammeln. Eine Entscheidung sollten Sie erst nach einer Beratung oder Testung treffen.

Ich werde Mechanikerin! Ich werde Friseur! Oder sollte ich lieber Web Designerin, Medizintechniker oder Biotechnologin werden? Im BIC finden Sie mehr als 1.500 Berufe, davon ca. 240 Lehrberufe!

Es gibt aber auch viele Tätigkeitsbereiche, bei denen nicht mehr ganz klar ist, welcher Beruf eigentlich dahinter steckt. Was macht ein/e ManagerIn genau? Was ist ein/e ZerspanungstechnikerIn? Was macht ein/e ChemielabortechnikerIn? Ich beschäftige mich gerne mit dem Internet. Welche Berufe gibt es in diesem Bereich?

Besonders im Dienstleistungssektor und im technischen Bereich entstehen laufend neue Tätigkeiten und Aufgabengebiete und traditionelle Berufsbezeichnungen lösen sich auf.

Legen Sie sich deshalb nicht zu sehr auf einen einzigen Beruf fest. Überlegen Sie sich, in welchen Bereichen Sie gerne arbeiten möchten, welche Tätigkeiten Sie interessieren. Damit halten Sie sich mehrere Möglichkeiten offen.

Und denken Sie immer daran: eine Berufswahl ist heute nichts Endgültiges mehr! Sich neu zu orientieren, den bisherigen Werdegang neuen Herausforderungen an zu passen, wird in unserer schnelllebigen Zeit immer wichtiger. Bei der ersten Berufswahl geht es daher nicht um die „große Lebensentscheidung“, sondern vor allem darum, einen guten Start für sich zu wählen.

Ihr beruflicher Bildungsweg beginnt mit der Entscheidung nach der Pflichtschule:

  • Sie können direkt ins Berufsleben einsteigen – also arbeiten gehen,
  • eine Allgemeinbildende Höhere Schule besuchen – bis zur Matura in die Schule gehen und sich danach entscheiden, ob arbeiten oder studieren,
  • oder Sie wählen den Weg einer beruflichen Erstausbildung

Für Ihre berufliche Erstausbildung gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten:

  • entweder über eine Lehrausbildung – dabei wird Lernen in der Berufsschule mit Arbeiten in einem Betrieb verbunden (=duale Berufsausbildung),
  • oder über eine berufsbildende Schule (Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen) – Sie gehen weiter zur Schule und erwerben mit Ihrem Schulabschluss erste berufliche Qualifikationen (in Berufsbildenden Höheren Schulen auch die Matura) und gehen dann arbeiten oder studieren.

Danach sind weitere Ausbildungen an Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen und Kollegs möglich. Voraussetzung dafür ist im Normalfall eine Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung.

Und: Selbst wenn Sie mitten im Berufsleben stehen, ist laufende Weiterbildung immer sinnvoll und notwendig (z. B. mit Seminaren, Kursen oder Lehrgängen).

Details zum österreichischen Bildungssystem Details zum österreichischen Bildungssystem
  • Interessen, Wünsche, Träume: Ich denke über meine Interessen und Neigungen nach.

Wo liegen meine Interessen, Neigungen, Wünsche und Träume?

  • Was mache ich in meiner Freizeit besonders gerne?
  • Habe ich ein bestimmtes Hobby, das ich auch einmal in meinem späteren Beruf umsetzen möchte?
  • Was sind meine Lieblingsfächer in der Schule?

Eine gute Möglichkeit an diese Fragen heranzugehen ist ein Brainstorming:

  1. Schreiben Sie sich alle Gedanken und Ideen dazu auf, die Ihnen einfallen.
  2. Ordnen Sie Ihre Gedanken und Ideen danach, wie wichtig sie Ihnen sind.

Die Umsetzbarkeit Ihrer Ideen überlegen Sie sich erst später.

Schreiben Sie sich Ihre Überlegungen auf jeden Fall auf. Das hilft Ihnen, Ihre Ideen im Auge zu behalten und zu ordnen. Sie können Ihre Gedanken beim späteren Lesen immer wieder ergänzen oder auch streichen.

Diese drei Fragen helfen Ihnen, sich über Ihre Interessen und Wünsche Klarheit zu verschaffen. Um auf eigene Ideen zu kommen, braucht man manchmal ein paar Anregungen. Unter "Warm up" finden Sie deshalb eine Auflistung möglicher Interessen, Wünsche, usw.:

  • kreativ sein, Kunstwerke schaffen, malen, musizieren, singen
  • viel mit Menschen zu tun haben, immer wieder neue Menschen kennen lernen
  • sich viel im Freien bewegen, in der Natur sein
  • selbst etwas erfinden, entdecken
  • viel und gerne herumreisen
  • das Aussehen von Gegenständen und Produkten überlegen, gestalten oder verändern
  • selbst etwas herstellen, zusammenbauen, basteln
  • Produkte und Gegenstände neu entwickeln und verbessern
  • Geschichten erfinden (ausdenken), aufschreiben
  • Kochen
  • für Ordnung im Haushalt/Betrieb sorgen
  • Verantwortung übernehmen, mit anderen und für andere planen und organisieren
  • mit Zahlen umgehen, Preise und Kosten ausrechnen, verschiedene Berechnungen durchführen
  • kaputte Gegenstände reparieren, Geräte und Maschinen in Gang setzen
  • mit Computern spielen und arbeiten
  • Computer zusammenbauen
  • Informationen recherchieren, Dokumente gestalten und formatieren
  • Internetseiten und Web-Designs überlegen und gestalten
  • die Funktion und Vorteile von Produkten erklären, Dinge verkaufen, über Produkte informieren und beraten
  • sich gerne mit Kindern beschäftigen/gerne mit Kindern spielen
  • Gäste betreuen, ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen
  • Kranken und pflegebedürftigen Menschen helfen, sie beim Gesundwerden unterstützen
  • Menschen in schwierigen Situationen beistehen, sie begleiten, beraten und unterstützen
  • Wissen, eigene Fertigkeiten weitergeben, anderen etwas beibringen
  • den Dingen und Vorgängen auf den Grund gehen, die Welt erforschen
  • eigene Erkenntnisse präsentieren, vorstellen, publizieren
  • ...
  • einen interessanten Job
  • eine gute Ausbildung
  • einen möglichst sicheren Arbeitsplatz
  • einen Arbeitsplatz in der Nähe meines Wohnortes oder lieber einen Arbeitsplatz weit(er) weg
  • nette KollegInnen, angenehme Arbeitsbedingungen, ein gutes Arbeitsklima
  • Vorgesetzte, die meine Leistungen anerkennen und zu schätzen wissen
  • gut vom Verdienst leben können
  • Aufstiegsmöglichkeiten, Karriere und viel Geld verdienen
  • gesellschaftliches Ansehen
  • viel Freizeit
  • viel Abwechslung, jeden Tag eine neue Herausforderung
  • eigenständiges Arbeiten
  • einfache Arbeiten
  • geregelte Arbeitszeiten, flexible Arbeitszeiten, Saisonarbeit
  • im Team arbeiten, alleine arbeiten, selbstständig arbeiten
  • viel Kontakt mit anderen Menschen haben
  • Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben
  • Möglichkeiten ins Ausland zu gehen
  • Selbstverwirklichung
  • Gesundheit
  • Zufriedenheit
  • genügend Zeit für Familie, Kinder und Freunde
  • viel Freizeit und freie Wochenenden
  • eine sichere Zukunft in einer gesunden und friedlichen Umwelt
  • viel Geld verdienen und mir etwas leisten können - Auto, Haus, Urlaub, ...
Zur Unterstützung haben wir hier ein Arbeitsblatt für Sie vorbereitet. >> Arbeitsblatt Arbeitsblatt

Und noch eins: Oft ist es gar nicht so einfach zu wissen und zu entscheiden, was genau man will. Vielen Menschen fällt es leichter zu entscheiden, was sie nicht wollen. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich auch das überlegen und aufschreiben.

  • Was will ich eigentlich? Ich werde mir über meine Berufserwartungen klar:

Was motiviert mich? Welche Tätigkeiten, welche Materialien, welche Kontakte, welche Arbeitsstätten interessieren mich?

Wieder ein paar Fragen, die Ihnen bei Ihren Überlegungen helfen. Zu jeder Frage finden Sie wieder viele Beispiele als Anregung für Ihre eigenen Ideen.

  • Entwerfen, Gestalten, Erfinden, Kreieren, Entwickeln, Ausdenken, Experimentieren, Zeichnen, Dekorieren, Skizzieren, Verschönern, Beschreiben, Dichten, Publizieren, ...
  • Organisieren, Planen, Kalkulieren, Vorbereiten, Koordinieren, Verwalten, Leiten, (Be-)rechnen, Kontrollieren, Überwachen, ...
  • Herstellen nach Vorgabe (handwerklich) oder nach eigenen Ideen (künstlerisch), Abmessen, Schmieden, (Aus-)Malen, Zimmern, Schlossern, Modellieren, Formen, ...
  • Zusammenbauen, Reparieren, Warten, Zusammensetzen, Montieren, Feineinstellen, Prüfen, Ausbessern, Zerlegen, Auseinandernehmen, ...
  • Beraten, Verkaufen, Erklären, Anpreisen, Verhandeln, Empfehlen, Bestellen, Liefern, ...
  • Betreuen, Bewirten, Bedienen, Kochen, Backen, Zubereiten, Servieren, ...
  • Spielen, Unterrichten, Erziehen, Bilden, Lehren, Beaufsichtigen, Beschäftigen, Anleiten, …
  • Heilen, Pflegen, Helfen, Beistehen, Begleiten, Unterstützen, …
  • Ansäen, Gießen, Düngen, Jäten, Ernten
  • Züchten, Füttern, Betreuen, Trainieren ...
  • Forschen, Untersuchen, Experimentieren, Auswerten, Präsentieren, ...
  • mit Menschen
  • mit Tiere
  • mit Pflanzen
  • mit Gegenständen des alltäglichen Lebens, wie z. B. Lebensmittel, Produkte, Geräte, …
  • mit Materialien, wie z. B. Holz, Glas, Papier, Stein, Metall, Kunststoff, ...
  • mit Maschinen, Fahrzeugen, Motoren, …
  • mit Computer, EDV, Elektronikgeräten, …

Viele Menschen üben ihre Berufe in Büros, Geschäften, Fabriken, Werkstätten, Schulen oder in Krankenhäusern aus. Viele arbeiten an Schreibtischen oder im Stehen, einige sind viel unterwegs, andere arbeiten in lauten Umgebungen und manche ständig im Freien. Die einen sind tagsüber beschäftigt, die anderen auch nachts und am Wochenende oder nur zu bestimmten Jahreszeiten (Saisonarbeit).

Überlegen Sie sich immer auch, warum Ihnen gerade diese Tätigkeiten, Materialien, Arbeitsumgebungen usw. besonders gut gefallen. Auf diesem Arbeitsblatt können Sie Ihre Ideen sammeln. >> Arbeitsblatt Arbeitsblatt

Denken Sie dabei auch an die Menschen in Ihrer eigenen Umgebung, die einen Beruf ausüben: Welche Tätigkeiten machen diese? Womit, wo, wie und wann arbeiten sie?

  • Fähigkeiten: Ich versuche meine Stärken und Begabungen herauszufinden.

Wo liegen meine ganz persönlichen Stärken und Fähigkeiten? Was kann ich gut? Was habe ich bisher bereits erfolgreich gemacht?

Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten, die seine persönlichen Stärken ausmachen. Es ist nur oft nicht ganz einfach, die eigenen Stärken festzustellen.

Daher haben wir wieder ein paar Aussagen formuliert, die Sie bei Ihren Überlegungen unterstützen.

Hier ein Arbeitsblatt, das Ihnen hilft Ihre Überlegungen zu sammeln. >> Arbeitsblatt Arbeitsblatt

Sie sollten Ihre eigene Einschätzung Ihrer Fähigkeiten und Begabungen auch mit der Einschätzung anderer vergleichen. Fragen Sie dazu auch Ihre Eltern, Freunde oder LehrerInnen. Bei einem solchen Vergleich kann Ihnen die Interessen/Eignungs-Checkliste helfen.

Unter "Warm up" finden Sie wieder eine Auflistung vieler Fähigkeiten und Begabungen.

  • Kreativität
  • gestalterische Begabung
  • Erfindungsreichtum
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • zeichnerische Begabung
  • künstlerische Begabung
  • Modebewusstsein
  • Stilbewusstsein
  • Vielseitigkeit
  • Genauigkeit
  • Sorgfalt
  • gutes Gedächtnis
  • kritisches Denken
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Koordinationsfähigkeit
  • Kombinationsfähigkeit
  • logisch-analytisches Denken
  • mathematisches Verständnis
  • kaufmännisches Verständnis
  • Kostenbewusstsein
  • naturwissenschaftliches Verständnis
  • technisches Verständnis
  • gute Beobachtungsgabe
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • Schnelligkeit
  • Augenmaß
  • Fingerfertigkeit
  • ruhige Hand
  • rhetorische Fähigkeiten
  • Fremdsprachenbegabung
  • Geruchssinn
  • Geschmackssinn
  • gutes Gehör
  • Musikalität
  • Reiselust
  • Sportlichkeit
  • Umweltbewusstsein
  • Reaktionsvermögen
  • Aufnahmefähigkeit
  • Merkfähigkeit
  • Tastsinn
  • Tierliebe
  • Kinderliebe
  • ...
  • Aufgeschlossenheit
  • Einfühlungsvermögen
  • Hilfsbereitschaft
  • Verständnis
  • Kontaktfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Verschwiegenheit
  • Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit/Teamgeist
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Gerechtigkeitssinn
  • Schlagfertigkeit
  • Beharrlichkeit
  • Ausdauer
  • Toleranz
  • Kooperationsfähigkeit
  • Wertschätzung
  • sicheres Auftreten
  • Verhandlungsgeschick
  • Vielseitigkeit
  • Umgänglichkeit
  • Anpassungsfähigkeit
  • Führungsfähigkeit
  • Taktgefühl/Gespür
  • Freundlichkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Höflichkeit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • ...
  • Engagement
  • Phantasie
  • Spontaneität
  • Flexibilität
  • Risikobereitschaft
  • Ausdauer
  • Durchhaltevermögen
  • Sorgfältigkeit
  • Geduld
  • Belastbarkeit
  • Organisationstalent
  • Planungsfähigkeit
  • Umsichtigkeit
  • Pünktlichkeit
  • Selbstständigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Gründlichkeit
  • Freude an der Arbeit
  • Geschick
  • Eigeninitiative
  • Improvisationstalent
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Zielstrebigkeit
  • Ehrgeiz
  • Fleiß
  • Mut
  • Optimismus
  • Lernbereitschaft
  • Einsatzfreudigkeit
  • gute Auffassungsgabe
  • Merkfähigkeit
  • Gelenkigkeit
  • Gefahrenbewusstsein
  • Robustheit
  • Ausgeglichenheit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Selbstsicherheit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Charakterfestigkeit
  • Humor
  • Problembewusstsein
  • Lernfreudigkeit
  • Lesefreudigkeit
  • Selbstbewusstsein
  • Diszipliniertheit
  • ...

Wenn Sie sich in manchen Dingen nicht sicher sind, können Sie in den Berufsinformationszentren der Wirtschaftskammern Österreichs Link BIZen der WKO mit Hilfe von Tests und Eignungsverfahren Ihre persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten genauer auswerten lassen.

  • Was mache ich mit all diesen Überlegungen?

Sie kennen sich jetzt ein ganzes Stück besser! Damit sind Sie auch in Ihrer Berufswahl einen großen Schritt weiter. Was Ihnen noch fehlt, ist das nötige Wissen über die Möglichkeiten in der Berufswelt.

Vorher aber noch ein kurzer Zwischenstopp!

Nehmen Sie sich nochmals alle gemachten Notizen zur Hand und gehen Sie – am besten gemeinsam mit Ihren Eltern oder Freunden – nochmals durch.

Lesen Sie Ihre Notizen aufmerksam durch, versuchen Sie die Gedanken zu ordnen und zusammenzufassen. Ergänzen Sie Ideen, die Ihnen erst jetzt einfallen und streichen Sie Punkte, die Ihnen nicht mehr wichtig erscheinen.

Versuchen Sie Ihre Arbeitsblätter zu ordnen und zusammenzufassen. Sie können Ihnen z. B. bei einem Beratungsgespräch im Berufsinformationszentrum der Wirtschaftskammer Link BIZen der WKO eine große Hilfe sein.

  • Berufserkundung: Ich lerne die Berufswelt kennen?

Um eine Entscheidung über Ihren künftigen Beruf und Ihre weitere Ausbildung treffen zu können, ist es gut, wenn Sie so viele Informationen wie möglich über die Berufswelt sammeln.

Welche Berufe gibt es und was steckt hinter den Berufsbezeichnungen? Viele Berufsnamen sagen wenig darüber aus, was in dem einzelnen Beruf wirklich getan wird.

Um über Ihren künftigen Traumberuf wirklich gut Bescheid zu wissen, ist es ratsam, sich mit folgenden Fragen zu beschäftigen:

  • Welche Tätigkeiten werden in meinem Wunschberuf verrichtet?
  • Mit welchen Materialien wird gearbeitet, wie intensiv sind Kontakte mit anderen Menschen (KollegInnen, KundInnen)?
  • Wie schaut der Arbeitsplatz aus, welche Anforderungen werden am Arbeitsplatz gestellt, wie anstrengend ist die Arbeit?
  • Wie mobil muss man sein, wo gibt es Arbeitsstellen, wie viel verdient man?
  • Welche Berufsalternativen gibt es? Welche Ausbildungswege gibt es zu den einzelnen Berufen?
  • Welche Spezialisierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich daraus?

Tipps

  • Sammlen Sie Beschreibungen über Berufe (im Internet, aus Zeitungen und Zeitschriften, im Berufsinformationszentren, in der Schule, …).
  • Informieren Sie sich über Stundentafeln und Ausbildungsschwerpunkte von Schulen.
  • Schauen Sie sich Berufsinformationsfilme an.
  • Gehen Sie in Betriebe und schauen Sie sich Berufe (Tätigkeiten) vor Ort an (Möglichkeiten dazu sind z. B. Tage der offenen Tür, Schnuppertage, Betriebspraktika, Girls Days, Eltern, Freunde und Bekannte in die Arbeit begleiten).
  • Beobachten Sie aktiv Berufstätige: im täglichen Leben, auf der Straße, in Geschäften usw.
  • Lesen Sie Stelleninserate in Zeitungen und im Internet, sie enthalten oft Beschreibungen der Berufe.
  • Lassen Sie sich von Eltern, Verwandten, Freunden, Bekannten, ..., über deren Berufe und den damit verbundenen Tätigkeiten erzählen.
  • fragen, fragen, fragen

Im BIC finden Sie über 1.500 Berufe mit ausführlichen Beschreibungen und Informationen über die Aus- und Weiterbildung zu diesen Berufen.

Das Interessenprofil im BIC ist eine gute Möglichkeit, um eine Auswahl an Berufsgruppen zu erhalten, für die Sie sich besonders interessieren. Alle 1.500 Berufe können auch jederzeit über eine alphabetische Liste, über Berufsgruppen, Arbeitsfelder und Bildungswege erforscht werden. Erforschen heißt, die Berufsbilder durchlesen, zu den Anforderungen surfen. Einen Blick in die Ausbildungswege werfen, sich die Alternativen auflisten lassen und nachlesen, was es zum Thema Weiterbildung gibt.

Informationen und Adressen zu den verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten finden Sie auch direkt über die Menüpunkte Bildungswege und Aus- und Weiterbildung.

  • In den Berufsinformationszentren der Wirtschaftskammern Österreich Link BIZen der WKO beraten Sie qualifizierte BerufsberaterInnen persönlich. Sie finden dort Informationsbroschüren und -filme zu verschiedenen Berufen, können Eignungsverfahren machen, sich über Ausbildungsmöglichkeiten beraten lassen, haben die Möglichkeit zum selbstständigen Suchen von Informationen, erhalten Hinweise über Berufserkundungen, „Tage der offenen Tür“ von Firmen und Schulen, ...
  • Weiters gibt es Infos: auf www.wko.at Link zur WKO, beim AMS Link zum AMS, auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend Link zum BMWA, bei Berufsinformationsmessen: z. B. BeSt Link zur BeSt.
  • Weitere Informationsquellen finden Sie unter: Adressen & Links
  • In den Schulen beraten und informieren Bildungs- und BerufsberaterInnen durch Gespräche und im Berufsorientierungsunterricht über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten.
  • Welcher Berufsbereich interessiert mich am meisten? – Ich setze mir ein Berufsziel!

Nicht jeder Beruf, der Ihnen attraktiv erscheint, passt auch zu Ihnen. Jetzt wird es Zeit, Ihre Wünsche und Interessen, Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten mit den gesammelten Informationen über die Berufswelt unter einen Hut zu bringen.

Ein Vergleich Ihrer Interessen, Fähigkeiten und Eigenschaften mit den Anforderungen der Berufe hilft den Wunschberuf (oder den Wunschberufsbereich) zu konkretisieren.

Überlegen Sie dabei noch einmal: Welche Ergebnisse haben Ihre eigenen Überlegungen gebracht? Welche Vorschläge haben die Berufs- und BildungsberaterInnen gemacht? Was sagen Eltern und Freunde dazu? Wie sind das Interessenprofil und eventuelle Eignungsverfahren ausgefallen?

Dazu kommt noch eine Reihe von Einflussfaktoren, die Sie auch beachten sollten:

  • Wie sind die Zukunftsaussichten in diesem Beruf/in diesem Berufsbereich?
  • Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es, und sind diese für Sie zugänglich (eventuelle Aufnahmevoraussetzungen)?
  • Welche regionalen Gegebenheiten müssen Sie beachten: Ist der Arbeitsplatz oder der Ausbildungsplatz für Sie erreichbar?
  • Ist es Ihnen wichtig, was andere über diesen Beruf denken, insbesondere Ihre Eltern?
Am besten erstellen Sie für die Berufe, die Sie interessieren, eine Zusammenstellung der wichtigsten Entscheidungskriterien. Unser Berufserkundungsbogen hilft Ihnen dabei: >> Arbeitsblatt Mit der Entscheidungs-Checkliste können Sie nochmals überprüfen, ob Sie für Ihre Berufswahl ausreichend vorbereitet sind: >> Arbeitsblatt
  • Welche Alternativen gibt es?

Welcher Beruf bzw. welche Berufsgruppe interessiert mich sonst noch? Ist diese Alternative realistisch? Vielleicht ist ja ein anderer Beruf aus der gewählten Berufsgruppe der Richtige? Gibt es verwandte Berufe?

Es ist prinzipiell ratsam, dass Sie sich Alternativen zu Ihrem Wunschberuf oder Ihrer gewünschten Ausbildung überlegen. Nicht immer kann der Wunschberuf erreicht bzw. erlernt werden, weil es z. B. keine freie Lehrstelle gibt, Ausbildungsstellen für Sie schwer erreichbar sind, Sie notwendige Voraussetzungen nicht erfüllen usw.

Viele Berufe heißen unterschiedlich, haben aber ganz ähnliche Inhalte. Viele Berufe sind eng miteinander verwandt. Diese können Ihre ersten Alternativen sein.

Auch im BIC finden Sie bei den Beschreibungen der Berufe immer auch alternative (ähnliche oder verwandte) Berufe.

>> Beispiel
  • Konsequenzen und Entscheidung:

Auch Ihr Traumberuf (Ihre Traumberufe) besteht (bestehen) nicht nur aus Vorteilen und aus Tätigkeiten, die Sie gerne machen und die zu 100 Prozent zu Ihnen passen. In jedem Beruf müssen auch Arbeiten erledigt werden, die weniger Spaß machen.

Nicht immer ist die passende Schule oder der Ausbildungsplatz für Ihren Wunschberuf in unmittelbarer Nähe. Wie weit sind Sie bereit, für einen guten Ausbildungsplatz von zu Hause weg zugehen? Welche Fahrzeiten akzeptieren Sie?

Überlege Sie auch die Nachteile Ihres Wunschberufes und ob Sie bereit sind, diese Nachteile in Kauf zu nehmen.

Um sich über diese Punkte klar zu werden, können Sie nochmals den Berufserkundungsbogen als Hilfe heranziehen. >> Arbeitsblatt

Nach all diesen Überlegungen können Sie eine gute, fundierte Berufswahl treffen.

Wie Sie sehen, ist die Berufswahl ein langer Prozess, in dem Sie sehr viel über sich selbst und über die Berufswelt in Erfahrung bringen. Wir raten Ihnen, so früh wie möglich mit dem Sammeln von Ideen und Informationen zu beginnen und sich für diesen Entscheidungsprozess viel Zeit zu lassen. Nehmen Sie auch die bestehenden Beratungsangebote in Anspruch.
  • Wie könnte ich mein Ziel erreichen?

Sie wissen jetzt, in welchem Beruf oder Berufsbereich Sie arbeiten wollen – Wie geht es weiter? Wie kommen Sie zu Ihrer Anstellung, zu einem Ausbildungsplatz oder zu einem Schulplatz?

Um auch tatsächlich einen Ausbildungsplatz oder einen Schulplatz zu bekommen, sollten Sie immer mehrere Möglichkeiten in Betracht ziehen und die Alternativen im Auge behalten.

Der nächste Schritt besteht darin, konkrete Erkundigungen über die Aufnahmekriterien (z. B. Altersgrenzen, Zeugnisse, ...), etwaige Aufnahmeprüfungen, Eignungstests, Aufnahmegespräche und Anmeldefristen der in Frage kommenden Schulen und Ausbildungsstätten einzuholen.

Viele Informationen dazu finden Sie im BIC in den Menüpunkten Bildungswege und Aus- und Weiterbildung. Dort finden Sie auch die Adressen der verschiedenen Schulen und Ausbildungsstätten.

Bei der Lehrstellensuche, können Sie z. B. bei der Lehrstellenbörse Link zur Lehrstellenbörse offene Lehrstellen ausfindig machen oder passende Ausbildungsbetriebe aus der Lehrbetriebsübersicht Link zur Lehrbetriebsübersicht heraussuchen.

  • das Arbeitsmarkservice (AMS) Link zum AMS
  • Stelleninserate in Zeitungen und Zeitschriften: In vielen Berufsbereichen gibt es auch Fachzeitschriften mit Stelleninseraten.
  • Jobbörsen im Internet, insbesonder auch von Zeitungen; dabei immer auch branchenspezifische Jobbörsen im Auge behalten. >> Adressen & Links
  • Mundpropaganda – soziales Netzwerk: Vielleicht weiß ein Familienmitglied, ein/e FreundIn, ein/e Bekannte/r oder ArbeitskollegInnen Ihrer Bekannten eine offene Stelle, die zu Ihren Interessen und Fähigkeiten passt.
  • Gehen Sie mit offenen Augen durch die Straßen und lesen Sie die „Schwarzen Bretter“ in Geschäften und Betrieben: Viele Betriebe suchen neue MitarbeiterInnen über Aushänge in Schaufenstern, auf Eingangstüren und auf „Schwarzen Brettern“.
  • Wenn Sie sich für ein bestimmtes Unternehmen interessieren: Überprüfen Sie auf der Internetseite des Unternehmens, ob es offene Stellen gibt, rufen Sie an, schreiben Sie ein Bewerbungsschreiben per E-Mail oder einen Brief.
  • Selbstverständlich können Sie sich auch bei Unternehmen bewerben, ohne dass Ihnen offene Stellen bekannt sind (=Initativbewerbung).
  • Alternativ zur Suche über Stelleninserate besteht auch die Möglichkeit, dass Sie selbst ein Eigeninserat erstellen und in Zeitungen, auf Schwarzen Brettern, im Internet usw. verbreiten.
  • Oder Sie beauftragen ein Personalvermittlungsunternehmen, eine geeignete Stelle für Sie zu suchen (ist z. B. für Jugendliche insb. für Lehrstellensuche aber eine weniger geeignete Variante).
  • Überprüfen Sie, ob ein Personalleasingunternehmen für Sie in Frage kommt.

Erfüllen Sie alle erforderlichen Kriterien und haben Sie Adressen möglicher Ausbildungsbetriebe oder Schulen, können Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben bzw. an der Schule anmelden. Es ist also Zeit die Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und sich auf das Bewerbungsverfahren vorzubereiten.

>> Bewerbungstipps

Dabei gilt: Nie das Ziel aus den Augen verlieren! Was will ich? – Ist das auch wirklich mein Wunschberuf?

Viel Erfolg bei der Berufwahl!

Wirtschaftskammer Österreich powered by ibw Feedback  Impressum