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Berufsbeschreibung

PräparatorIn (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

PräparatorInnen stellen Tierpräparate her. Sie präparieren Säugetiere wie Füchse, Dachse, Luchse oder Köpfe von erlegten Wildtieren sowie Vögel, Fische und Kriechtiere heimischer oder exotischer Herkunft. Dabei öffnen sie die Tierkörper, entfernen Fleisch- und Fettreste und reinigen die Felle. Danach konservieren sie die Felle in verschiedenen Lösungen. Die Tierpräparate dienen als Sammelobjekte von Privatkunden (z. B. Jagdtrophäen) oder als Demonstrations- und Schauobjekte für den Unterricht an Schulen oder als Ausstellungsstücke für naturhistorische und zoologische Museen. PräparatorInnen arbeiten vorwiegend in kleinen Präparationsbetrieben oder in Museen, gemeinsam mit BerufskollegInnen. Sie haben Kontakt mit MitarbeiterInnen von Museen und Behörden, KundInnen und LieferantInnen.

Ganzkörperpräparate werden in der Regel nur von kleinen Tieren wie z. B. von Füchsen, Dachsen oder Fischen, Echsen und Schlangen hergestellt. Man unterscheidet zwischen Trocken- und Feuchtigkeitspräparaten. Trockenpräparate werden von Säugetieren, Vögeln und Käfern hergestellt, während Feuchtigkeitspräparate vorwiegend von Kriechtieren (Schlangen), Amphibien (Echsen, Kröten), Fischen und tierischen Organen angefertigt werden.

Bei der Herstellung eines Trockenpräparates durchtrennen die PräparatorInnen zuerst die Haut bzw. das Fell auf der Bauchseite des Tieres mit einem Längsschnitt und lösen die Haut vom Tierkörper ab (Abbalgen), wobei die Häutung des Kopfes der schwierigste Teil der Aufgabe ist. Anschließend entfernen sie mit Schabern Fleisch- und Fettreste von der Innenseite des Felles und legen es nach der Reinigung mit Wasser zum Konservieren in eine Gerbstofflösung. Nach den Maßen des zu präparierenden Tieres fertigen die PräparatorInnen ein Modell aus Holz oder Styropor an oder erstellen einen Abguss aus Kunststoff. Dabei versuchen sie, eine möglichst typische Körperhaltung des Tieres nachzubilden. Anschließend überziehen sie das Modell mit dem präparierten Fell bzw. der präparierten Haut (Balg), bilden Ohren, Lippen und Nasen mit Ton nach und setzen abschließend Glasaugen ein. Das fertige Präparat montieren sie auf einen Sockel oder sie plazieren das Tier in einer Vitrine.

Bei der Flüssigkeitspräparation wird das Tier (z. B. Schlangen, Echsen) in die gewünschte Haltung gebracht und durch eine Formalin-Injektion fixiert. Danach wird das Tier für drei bis vierzehn Tage in ein Formalinbad gelegt. Das Formalin bewirkt eine Härtung des Körpers. Anschließend montieren die PräparatorInnen das Objekt in ein Präparateglas, füllen es zur Konservierung mit Alkohol und verschließen das Glas.

Der Beruf der Tierpräparation erfordert hohe handwerkliche und künstlerischer Fähigkeiten, um den Tieren das naturgetreue Aussehen zu geben und sie dauerhaft zu konservieren. PräparatorInnen verfügen daher auch über zoologische und biologische Kenntnisse. Für Ausstellungen in naturkundlichen Museen gestalten PräparatorInnen auch die naturgetreue Umgebung der von ihnen behandelten Tiere.

PräparatorInnen bearbeiten und konservieren alle Arten von Säugetieren wie z. B. Füchse, Dachse, Wiesel, Hasen sowie Vögel (z. B. Adler, Busarde) und Reptilien wie Schlangen, Kröten und Echsen. Sie hantieren bei ihrer Arbeit mit gefählichen bzw. giftigen Stoffen wie Formaldehyd, Formalin, Arsen oder Eulan. Zur Konservierung von Fellen benutzen sie Gerbstofflösungen. Sie benutzen eine Reihe von Werkzeugen wie Zangen, Scheren, Hämmer, Nadeln, Pinzetten etc. sowie Hilfsmaterialien wie Glas, Ton, Gips oder Styropor.

PräparatorInnen arbeiten in Werkstätten und Ateliers von gewerblichen Präparationsbetrieben, naturhistorischen Museen und wissenschaftlichen (zoologischen) Instituten. Sie arbeiten im Team mit BerufskollegInnen und verschiedenen Fach-und Hilfskräften und haben Kontakt mit MitarbeiterInnen von Museen und Behörden, mit KundInnen und LieferantInnen.

Erstellen vonTrockenpräparaten (Säugetiere, Vögel, Käfer, Schmetterlinge):

  • Herkunft des Tieres unter Berücksichtigung der geltenden Natur- und Artenschutzbestimmungen überprüfen
  • Abbalgen: Haut auf der Bauchseite mit einem Längsschnitt durchtrennen, Haut ausgehend von der Bauchdecke ablösen
  • Fleisch- und Fettreste an der Innenseite der Haut mit Schabern entfernen
  • Haut- bzw. Fellschicht in einem Wasserbad reinigen
  • Felle durch Einlegen in eine Gerbstofflösung konservieren (Felle größerer Tiere werden meist an Gerbereibetriebe weitergegeben)
  • Modelle nach den Maßen des Tieres herstellen (aus Styropor, Holz, Papierwolle)
  • Abgüße aus Kunststoff ( Polyester, Latex) anfertigen
  • Innenseite des konservierten Fells mit einer Giftstofflösung (Arsenik, Eulan) zum Schutz vor Schädlingsbefall behandeln
  • Lippen, Nasen und Ohren mit Ton ausfüllen
  • das Fell vorsichtig über das Modell überziehen, Fell vernähen und Glasaugen einsetzen
  • das fertige Präparat auf einen Sockel montieren

Flüssigkeitspräparation (z. B. Kriechtiere, Kröten, Unken):

  • Tier in der gewünschten Haltung durch Formalininjektionen fixieren
  • Tier in ein Formalinbad (drei bis vierzehn Tage) einlegen
  • Präparat auf eine Glasscheibe montieren, in ein Präparateglas einsetzen
  • Präparat durch Einfüllen von Alkohol und luftdichtes Verschließen des Glases konservieren

  • Naturhistorische und zoologische Museen
  • Gewerbliche Präparationsbetriebe
  • Wissenschaftliche Universitätsinstitute, Zoologische Abteilungen

 

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